Lost Beyond The Sun - Anmerkungen zu unerer 1. Platte

Im April 2007 trafen wir uns zu Demo-Aufnahmen. Wir spielten unser damaliges Bühnenprogramm, Stücke von Hendrix, Gallagher, Cream, die wir bei unseren Gigs bis dahin auch schon als Ausgangspunkt für Improvisationen nahmen. Diesesmal sollten die Stücke aber in arrangierter Form eingespielt werden, quasi in Single-Länge. Als Soundcheck und zum Aufwärmen spielten wir aber zuerst mal munter drauf los, und ein paar dieser Jams landeten auf Festplatte und blieben vom Demo „übrig“.

Ich erinnere mich nicht mehr, wie mir die Idee entstand, einen Teil dieser Aufnahmen zu bearbeiten und mit einer wirklich sehr alten Songidee, dem „Wormhole Blues“, zu verbinden - die Ausführung aber ging fast wie von selbst. Im Juni 2011 setzten wir die mp3 dann auf unsere Homepage, und dieses Stück ist nun schon lange Zeit der Opener unseres Bühnenprogramms.

Schnell war klar, daß wir aus dem Ganzen einen Tonträger basteln wollten. Auch das Format ergab sich fast von selbst: Eine Vinyl-LP, mit 2 langen Stücken auf der einen und einem gaaanz langen Stück auf der anderen Seite, gedacht auch als Reminiszenz an die Zeiten, in denen der Longplayer das einzige mögliche Format zur künstlerischen Darstellung und Verbreitung von Rock war und gerade dadurch wirklich großartiges entstand, daß sich auch heute noch auf den Plattentellern dreht. Wenn auch oft nur noch digital-virtuell, aber dennoch ideell...

"The Persistance Of Memory" als Kernstück der B-Seite, ein einfaches Thema, daß die Improvisation als Mittel zur klanglichen Darstellung des Bewußtseinsstroms nutzt, wird eingefasst von "Liquid Light" und "Moonglow", basierend auf einem Song, den ich 1979 mit meiner ersten Band spielte, und "Closer To The Truth", das mir 1994 in Südfrankreich am Strand einfiel, ein romantisches Detail, auf dessen Erwähnung ich hier nicht verzichten möchte.. Diese Titel haben wir dann nach und nach aufgenommen, geschnitten, produziert. Ein gaaanz langes Stück ist daraus aber doch nicht geworden, aber die B-Seite ist zusammenhängend gestaltet, die Stücke gehen ineinander über, mit etwas musikalischem Zwischenspiel und Geräusch, letzteres oft auch mit dem Handy aufgenommen.

Die Methode funktionierte, also kam noch "Light And Shade" dazu, den Mittelteil ebenfalls aus der alten Session, der eigentliche Song, also das Thema selbst, ist tatsächlich neu.

Was ist das nun? Space-Rock, Kraut-Rock, Prog-Rock, Jazz-Rock? Auf jeden Fall: Rock, vielleicht mit einem gewissen postmodernen Anspruch. Die Klangeffekte im übrigen sind auch keine Synthesizer oder Samples, sondern verfremdetes Originalmaterial von Gitarre, Bass oder Schlagzeug. Das Reizvolle war es, den Gegensatz von spontanem Musizieren und digtaler Postproduktion auszubalancieren. Sehr viel Freude gemacht hat es uns auch, die Aufnahmen ohne echten Zeitdruck überall zu machen: Im Proberaum, im Keller, im Wald...

Mein besonderer Dank gilt Joe Saling, der mir zu entscheidenden Zeitpunkten bei Aufnahme und Mixdown sehr geholfen hat, sowie Wolfi Brenner, der uns bestärkt hat, diese Arbeit zu vollenden, ebenso Stephan „Hofi“ Hofmeister, der (fast) bei jedem Gig als Mischer und Helfer dabei ist. Und natürlich meinen Kollegen Chips und Didi. Ich wünsche uns weiterhin den Spass, den wir bisher an der Sache hatten.

Mick Scheuerle, November 2013

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